Messobjekt

1. Material und Emissionsgrad

Die Oberfläche jedes Materials besitzt einen spezifischen Emissionsgrad aus dem abgeleitet wird, wie viel der vom Material ausgehenden Infrarot-Strahlung reflektiert und emittiert (vom Objekt selbst ausgestrahlt) wird.

2. Farbe

Bei der Temperaturmessung mit einer Wärmebildkamera hat die Farbe eines Materials keinen nennenswerten Einfluss auf die vom Messobjekt ausgehende langwellige Infrarot-Strahlung.

Dunkle Oberflächen absorbieren mehr kurzwellige Infrarot-Strahlung als helle und erwärmen sich dadurch schneller. Die ausgesendete Infrarot-Strahlung hängt jedoch von der Temperatur ab und nicht von der Farbe der Messobjektoberfläche. Z.B. strahlt ein schwarz lackierter Heizkörper genau so viel langwellige Infrarot-Strahlung ab, wie ein gleich warmer, weiß lackierter Heizkörper.

3. Oberfläche des Messobjektes

Die Beschaffenheit der Messobjektoberfläche spielt bei der Temperaturmessung mit einer Wärmebildkamera eine entscheidende Rolle. Denn je nach Oberflächenstruktur, Verschmutzung oder Beschichtung ändert sich der Emissionsgrad der Oberfläche.

Struktur der Oberfläche

Glatte, glänzende, spiegelnde und/oder polierte Oberflächen haben in der Regel einen etwas niedrigeren Emissionsgrad als matte, strukturierte, raue, verwitterte und/oder zerkratzte Oberflächen des selben Materials. Bei sehr glatten Oberflächen kommt es häufig zu spiegelnden Reflexionen.

Nässe, Schnee und Raureif auf der Oberfläche

Wasser, Schnee und Raureif besitzen relativ hohe Emissionsgrade (ca. 0,85 < e < 0,96), daher ist die Messung dieser Stoffe generell unproblematisch. Allerdings müssen Sie beachten, dass die Temperatur des Messobjekts durch solche natürliche Beschichtungen verfälscht sein kann. Denn Nässe kühlt bei der Verdunstung die Messobjektoberfläche ab und Schnee hat gute Isolationseigenschaften. Raureif bildet meistens keine geschlossene Oberfläche, daher müssen Sie bei der Messung sowohl den Emissionsgrad des Raureif, als auch den der darunter liegenden Oberfläche beachten.

Verschmutzungen und Fremdkörper auf der Oberfläche

Verschmutzungen auf der Messobjektoberfläche, wie z.B. Staub, Ruß oder Schmieröl, erhöhen in der Regel den Emissionsgrad der Oberfläche. Aus diesem Grund ist die Messung schmutziger Objekte generell unproblematisch. Ihre Wärmebildkamera misst jedoch immer die Temperatur der Oberfläche, also die des Schmutzes, und nicht die exakte Temperatur der darunter liegenden Messobjektoberfläche.

► Tipp

  • Der Emissionsgrad eines Materials hängt stark von der Struktur der Oberfläche des Materials ab.
  • Beachten Sie die korrekte Einstellung des Emissionsgrades je nach Belag auf der Messobjektoberfläche.
  • Vermeiden Sie die Messung nasser, schneebedeckter oder mit Raureif überzogener Oberflächen.
  • Vermeiden Sie die Messung an locker aufliegenden Verschmutzungen (Verfälschung der Temperatur durch Lufteinschlüsse).
  • Achten Sie besonders bei der Messung glatter Oberflächen auf mögliche Strahlungsquellen in der Umgebung (z.B. Sonne, Heizungen, etc.).