Technische Universität Wien (TU Wien) nutzt eine Wärmebildkamera zur Prüfung und Entwicklung von Hubschraubergetrieben

Die 200 Jahre alte Technische Universität Wien ist mit 8 Fakultäten, 51 Instituten, über 2600 akademischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in F&E und 30.000 Studierenden die führende technische Universität Österreichs.

Das Institut für Konstruktionswissenschaften und Technische Logistik, das der Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften angehört, beschäftigt sich unter anderem mit der Entwicklung und Optimierung von mechanischen Getrieben – von Rolltreppen für Supermärkte bis hin zu medizintechnischen Bauteilen für OP-Räume.

Einen hervorragenden Ruf hat sich das Institut jedoch auch bei der Optimierung und Innovation von Getrieben für Hubschrauber und Drohnen aufgebaut, eine Tätigkeit, die durch ein komplexes Konformitätssystem mit anspruchsvollen Normen und strengen Vorschriften geregelt wird. Die Kompetenz des Institutes hat zu einer Kooperation – und sogar einer Partnerschaft – mit kommerziellen Unternehmen der Luft- und Raumfahrt geführt.

Eine Testeinrichtung einschließlich eines geschlossenen Raumes mit einer Fläche von 7 x 20 m wurde aufgebaut, um aufwändige Tests durchzuführen: Live-Rotortests, Lastprüfungen, Rotationsprüfungen an Getriebesystemen, Rädern und Bauteilen. Die Tribologie ist ein bedeutendes Thema, da die detaillierte Analyse von Schmierverhaltensmuster wie Öldispersion oder Ölmusterveränderungen eine signifikante Rolle bei der Stabilität und Sicherheit der Getriebesysteme von Hubschraubern spielt.

Die Wärmebildkamera testo 890

Eine tragbare Wärmebildkamera testo 890 wurde zum Zweck der Zustandsüberwachung im Prüfraum installiert. Die Kamera verfügt über einen 640 x 480 Pixel Infrarotdetektor bei einer Bildwiederholungsfrequenz von 33 Hz. Das Prozessanalyse-Paket, das radiometrische Videoaufnahme und Bildsequenzspeicherung beinhaltet und über die Analysesoftware testo IRSoft gesteuert wird, wird eingesetzt, um thermisches Verhalten während der Testphasen zu visualisieren und zu dokumentieren.

„Jedes Projekt umfasst bis zu 200 bis 300 Prüfstunden, also wird die Kamera intensiv genutzt,“ so Senior Scientist Harald Hackl, der die Forschungsprojekte im Prüfraumbereich leitet. Bilddaten werden gesichtet, um den thermischen Zustand der Bauteile oder Prozesse zu unterschiedlichen Zeitpunkten oder unter verschiedenen Lasten zu vergleichen. Verschiebungen des thermischen Verhaltens werden erfasst, gemessen und anschließend ausgewertet. Zudem dient das von der testo 890 gesammelte Bildmaterial als Sicherung, falls andere Messgeräte während der Prüfungen ausfallen. Die zusätzliche LabVIEW-Kompatibilität der Kamera erweist sich als echter Vorteil, da das Testwesen im Institut über diese Programmiersoftware verwaltet wird.

Die Kamera wurde vom Institut für Konstruktionswissenschaften und Technische Logistik der TU Wien auf Grund ihres ausgezeichneten Preis-Qualität-Feature-Verhältnisses, ihrer Funktionalität und ihrer Robustheit gewählt. Ihre Zuverlässigkeit wurde inzwischen auch bewiesen; mit über 1000 Betriebsstunden ist die Wärmebildkamera testo 890 im Institut zu einem unverzichtbaren prüf- und messtechnischen Werkzeug geworden. Außerdem wird die Kamera auch für trivialere thermografische Aufgaben eingesetzt; „Ja, wir nutzen die Kamera auch um in unsere Schaltschränke zu schauen und steigen in die Gebäudeinspektion ein“ sagt Dr. Hackl mit einem Lächeln.