So vermeiden Sie Messfehler

Tipps zur richtigen Messung

Für die korrekte Messung der Strömung muss unterschieden werden, wie die konkrete Messaufgabe aussieht, wo gemessen wird und was die Umgebungsbedingungen sind. Vor allem in Bezug auf den Messort gibt es bei Strömungsgmessungen wichtige Parameter zu beachten.

1. Im Luftkanal

Im Rahmen von Abnahmemessungen werden zur Ermittlung der Luftströme indirekte Meßverfahren (Netzmessungen) angewendet.

In der EN 12599 werden folgende Verfahren vorgeschlagen: Trivialverfahren, Schwerlinienverfahren und Loglinearverfahren.

Aus den einzelnen Geschwindigkeitsmesswerten ist die mittlere Strömungsgeschwindigkeit und daraus der Luftvolumenstrom zu berechnen.

Tipps zur Messung im Luftkanal

  • Beim Messen in Kanälen mit kleinem Querschnitt gilt der Richtwert: wenn die angeströmte Fläche der Sonde im Verhältnis zum freien Kanalquerschnitt größer als 1:100 ist, stört die eingebrachte Sonde selbst das Strömungsverhalten im Kanal. Die Anzeige ist dabei um den prozentualen Anteil der Querschnittsverengung erhöht.
  • Wichtig bei der Messortwahl: nach Möglichkeit mindestens 10 Kanaldurchmesser vor der Sonde und 4 bis 6 Kanaldurchmesser nach der Sonde keine Störstellen einhalten und die Mess-Stelle gut abdichten.
  • Die Sonde ist im Kanal am Messpunkt so zu drehen, dass die maximale Geschwindigkeit erfasst wird. Erst dann kann der Messwert aufgenommen werden.Vor allem beim Messen mit dem Staurohr ist das Drehen in die Hauptstromrichtung wichtig.
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2. An großen Luftauslässen

Messungen an Kanalauslässen beinhalten einen hohen Ungenauigkeitsfaktor und sind für Abnahmemessungen nur bedingt geeignet. Sie sollten eher für abschätzende Messungen angewendet werden. Wie im vorherigen Kapitel bereits beschrieben, werden bei großen Kanalauslässen die besten Messergebnisse mit dem 100 mm-Flügelrad erzielt. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

Punktuelle Messung: Die Messpunkte werden nacheinander gleichmäßig über die Kanalfläche angefahren und zu einem Mittelwert verrechnet.

Schleifenmethode: Die Sonde wird nach und nach über die komplette Fläche des Gitters bewegt. Dabei wird ein zeitlich arithmetischer Mittelwert gebildet.

Tipps zur Messung an Luftauslässen

  • Abstand vom Auslass beachten: Es ist wichtig, bei der Messung einen Abstand von 3 bis 5 cm zur Öffnung zu halten.
  • Ungleichmäßige Führungsgeschwindigkeit des Flügelrades vermeiden: Idealerweise sollten mehrere Messungen durchgeführt werden, z. B. einmal mit Führung der Sonde in senkrechten Schlaufen und einmal mit Führung der Sonde in horizontalen Schlaufen.
  • Beeinflussung der Luftströmung durch Flügelrad und Messperson beachten: Strömungswiderstände beeinflussen das Messergebnis. Deshalb sollte ein großes Flügelrad mit Teleskop verwendet werden, wodurch sich nur noch die Flügelradsonde im zu messenden Strömungsprofil befindet.
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3. An Ein-/Auslässen von Tellerventilen und Lüftern

Das Messen von Luftströmungen und die richtige Berechnung des Volumenstroms an Lüftungsauslässen können eine Herausforderung sein.

Die dort entstehenden Turbulenzen und unterschiedlichen Strömungsrichtungen erschweren eine korrekte Messung.

Die Messung mit einem Trichter in Kombination mit einem Flügelradanemometer oder einer Flügelradsonde ermöglichen eine einfache und genaue Strömungsmessung an Lüftungsgittern und Tellerventilen.

Tipps zur Messung an Tellerventilen und Lüftern

  • Der Trichter sollte komplett über dem Tellerventil oder dem Lüfter sitzen
  • Bei Messungen an sogenannten Drallauslässen, bei der die Strömung einen starken Drift besitzt, sollten Gleichrichter eingesetzt werden um durch eine gleichgerichtete Strömung deutlich bessere Messergebnisse zu erhalten
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