„Ich bin immer gerne arbeiten gegangen“

Wolfgang Grüner

Vom Feinmechaniker zum Fertigungsleiter: Wolfgang Grüner war 43 Jahre lang für Testo tätig und weiß viele spannende Geschichten und interessante Begebenheiten zu erzählen. Wir haben anlässlich des 60. Firmenjubiläums mit ihm gesprochen und blicken gemeinsam auf sein Arbeitsleben zurück. 

 

„Damals waren wir 20 Mitarbeiter und es stand nur der Altbau, die ‘Villa‘“, beginnt Wolfgang Grüner seine Erzählung. Der gelernte Feinmechaniker wird 1964 bei Testoterm eingestellt. Mehr als 40 Jahre wird er dem Unternehmen treu sein. „Wir arbeiteten im zweiten Stock, unter uns war noch eine Arztpraxis. Das heißt, wir haben oben Teile gefertigt, und unter uns hat der Arzt behandelt. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“, erinnert er sich. Nach einer 18-monatigen Unterbrechung durch den Militärdienst kehrt Grüner im August 1966 an seine Arbeitsstelle zurück. 1967 folgt die Hochzeit mit Veronika Kaiser, die seit 1963 auch bei Testoterm im Fühlerbau arbeitet. „Der Arbeitsalltag war am Anfang sehr streng eingeteilt. Um 7 Uhr war Arbeitsbeginn und um 16.15 Uhr war Feierabend, eine Stunde Mittagspause und 15 Minuten Frühstückspause inbegriffen“, blickt der heute 74 Jährige zurück. Sein Aufgabenschwerpunkt liegt zu dieser Zeit vor allem im Bereich der Feuchtemesser, die in der Geschichte des Unternehmens einen besonderen Platz einnehmen: „In der Anfangszeit versuchte der technische Gründer Hans Bauer, ein Hygrometer zu entwickeln. Dementsprechend habe ich als Feinmechaniker viel Zeit mit deren Aufbereitung verbracht.“

Von 1972 bis 1983 ist Wolfgang Grüner Fertigungsleiter. Aus dieser Zeit sind ihm vor allem der Ausstellungsbetrieb und das geteilte Deutschland in Erinnerung geblieben. „In den 70ern kam ich durch die Messeauftritte auch mit DDR-Bürgern in Kontakt, unter anderem in Leipzig. Mit einigen bin ich heute noch sehr gut befreundet.“ Mit einem Lächeln erinnert sich Grüner auch an die Feierlichkeiten, die schon damals für Spaß und Ausgleich sorgten: „Es gab natürlich auch viele Feste. Die haben wir meistens aus der Belegschaftskasse finanziert. Häufig hat die Testo-Band gespielt und es wurde gegrillt, mit knapp 50 Angestellten ging das ja ganz gut. Im Keller der Villa gab es damals sogar noch die Testo-Bar. Aus meiner Sicht haben diese Feste dem Betriebsklima sehr gut getan.“

1983 tritt Grüner seine neue Position als Versandleiter an. In diese Zeit fällt auch die Loslösung von Atmos und die Verselbstständigung von Testoterm. „Man ging immer in einer Atmosphäre zur Arbeit, dass man etwas zum Wachstum der Firma beiträgt und dass dementsprechend der Arbeitsplatz immer sicherer wurde. Ich bin immer gerne arbeiten gegangen“, bekräftigt Grüner. Als Kundenberater im Telefonverkauf im Jahr 1993 nimmt er dann den letzten großen Abschnitt seines Arbeitslebens in Angriff. Mit den Erfahrungen aus seinem bisherigen Testo Leben ist er auch darauf gut vorbereitet: „Man wächst immer mit den Produkten mit. Mir kam im Verkauf zugute, dass ich alles von Grund auf mitbekommen habe. Bei individuellen Wünschen der Kunden konnte ich direkt am Telefon beraten. Das hat mir Spaß gemacht“, freut sich der Rentner.

2007 verabschiedet sich Wolfgang Grüner im Alter von 65 Jahren und nach 43 Jahren Testo Zugehörigkeit in den Ruhestand. „Ich habe viele Produkte und Neuerungen miterlebt. Die Arbeit war spannend, es kam ja auch immer etwas dazu. Rauchgas, Luftgeschwindigkeitsmessung und dergleichen. Ich freue mich sehr, dass ich miterleben konnte, wie die Firma gewachsen ist. Pünktlich zu meinem Austritt aus der Firma kam ja noch die erste Wärmebildkamera auf den Markt.“ Zum Ende des Gesprächs bemerkt er mit einem Augenzwinkern: „Ein Teil von mir ist immer noch bei Testo. Unser Sohn Helmut arbeitet ja auch für die Firma. Das finde ich schön.“