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Unsichtbar, geruchlos, unterschätzt – Kohlenmonoxid im Heizungskeller

Gefahr Kohlenmonoxid im SHK-Handwerk

Jährlich werden in Deutschland durchschnittlich 3500 Personen mit einer Kohlenmonoxid-Vergiftung stationär behandelt. Um die 500 Menschen sterben daran. Das Gas ist heimtückisch: Wir riechen es nicht, schmecken es nicht und sehen es nicht. Auch die Atemwege werden durch das Gas nicht gereizt. Für die Menschen, die vor dem Schlimmsten gefeit sind, können Vergiftungssymptome noch bis zu 40 Tage nach dem Kontakt auftreten und die Spätfolgen in Form von Herz- und Hirnschäden dauerhaft anhalten. Grund genug, sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Das Gas Kohlenmonoxid, kurz CO, entsteht dann, wenn Energieträger wie Erdgas, Öl oder Holz unter Luftmangel verbrennen. Abhängig von der Konzentration, kann CO zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Bewusstlosigkeit und Tod führen. Bei der Arbeit im Heizungskeller, an einer Gastherme oder am Schornstein, besteht ein erhöhtes Risiko. SHK-Schaffende und Schornsteinfeger tun also gut daran, sich zum Thema zu informieren und darüber hinaus geeignete Präventionsmaßnahmen zu treffen. Dabei helfen wir mit diesem Artikel.

Was ist Kohlenmonoxid (CO)?

Kohlenstoffmonoxid – umgangssprachlich Kohlenmonoxid – ist ein sowohl geruchloses als auch unsichtbares Gas. Es ist immer Bestandteil der Abgase beim Verbrennen von Gas, Öl, Holz oder Kohle. Ist die Sauerstoffversorgung beim Verbrennungsprozess zu knapp, entsteht anstelle von Kohlenstoffdioxid (CO2) das hochgiftige farb- und geruchslose CO. Bei einer funktionierenden Abgasanlage wird Kohlenstoffmonoxid mit allen anderen Abgasbestandteilen über den Schornstein nach draußen geführt. Gibt es technische Störungen oder Defekte bei diesem Prozess – wie ein Abgasrückstau – und füllt das Gas den schlecht belüfteten Heizungsraum, kann es schnell lebensbedrohlich werden.

Die normale Konzentration des CO in der Luft beträgt ca. 0,6 bis 6 mg/m³. In unbelüfteten Zimmern mit Gasbrennern oder Kaminen werden leicht 30 mg/m³ erreicht. Laut dem Umweltbundesamt darf der höchste 8-Stunden-Mittelwert rund 10 mg/m³ nicht überschreiten.

Wie wirkt Kohlenmonoxid im Körper?

Wird CO eingeatmet, gelangt es über die Lunge rasch in den Blutkreislauf. Dabei bindet es sich, besser als der eigentlich gewünschte Sauerstoff, an das Hämoglobin im Blut, das eigentlich für den Sauerstofftransport verantwortlich ist. Diese Bindung verhindert somit den Transport von Sauerstoff im Körper. Die ersten Vergiftungssymptome wie Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel sind eher unspezifisch und schnell einem möglichen anderen Übeltäter zu- und damit auch abgeschrieben. Kommen die anderen Symptome wie Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, Sehstörungen und Gliederschlaffheit hinzu, ist es oft schon zu spät, um einen mit CO überbelasteten Raum noch eigenständig zu verlassen.

Auch bei geringen Dosen können in Folge des Sauerstoffmangels Herz- und Hirnschäden auftreten. Hier werden von medizinischen Veröffentlichungen insbesondere psychiatrische Beschwerden wie Angststörungen und Depressionen, Gedächtnisstörungen sowie parkinsonähnliche Symptome genannt. Bei den meisten Patienten klingen diese zwar innerhalb eines Jahres wieder ab, aber es gibt auch Menschen mit weniger Glück, die auch darüber hinaus über Probleme klagen.

Risiko von Kohlenmonoxid-Vergiftungen im Handwerk vorbeugen

Handwerker im Bereich SHK und Schornsteinfeger sind qua ihres Berufs häufiger Situationen ausgesetzt, die das Risiko einer CO-Vergiftung bergen. Ob bei den zahlreichen Heizsystemen in den Kellern deutscher Haushalte, Etagenheizungen in Altbauten, Kaminen oder Schornsteinen: Überall, wo ein fossiler Energieträger verbrannt wird oder dessen Abgase abgeleitet werden, kann CO entstehen. Auch falsch gelagerte Pellets können das Gas produzieren und ausstoßen.

In den meisten europäischen Ländern gibt es keine Pflicht zur Installation eines CO-Warnmelders. Rauchmelder sind praktisch überall vorhanden, weil sie gesetzlich vorgeschrieben sind, erkennen aber keine CO-Überbelastung. Bis es auch hierzulande eine entsprechende Pflicht gibt, sind Handwerksbetriebe gut beraten, freiwillig aktiv zu werden, um das Risiko von Ausfallzeiten oder Schlimmerem für Angestellte zu minimieren. Aber selbst, wenn eine Pflicht für CO-Warnmelder umgesetzt werden sollte, ist dadurch noch lange nicht gewährleistet, dass tatsächlich entsprechende Geräte im Gebäude vorhanden sind oder ordnungsgemäß funktionieren.

Die praktischste und einfachste Lösung, um das Risiko von CO-Vergiftungen im Berufsalltag zu minimieren, sind mobile CO-Melder, die mit Batterien bzw. Akkus betrieben werden. Darüber hinaus sollten Mitarbeiter entsprechend über die Risiken und möglichen Folgen einer CO-Vergiftung aufgeklärt werden, sowie die mobilen CO-Warnmelder einen Platz im Dienstfahrzeug und im Arbeitsbriefing haben.

Kunden informieren und zu CO-Warnmeldern beraten

Jeder installierte CO-Warnmelder bei Kunden ist auch gut für die Handwerker in der Heizungstechnik, die typischerweise an Heizungen oder am Schornstein ihre Arbeit verrichten. Auch der Kundennutzen ist vor dem Hintergrund der vermeidbaren Probleme durch Kohlenmonoxid-Vergiftungen klar ersichtlich. Wer seine Kunden also über die angefragte Dienstleistung hinaus informieren und beraten will, rät bei entsprechend vorhandener Heiztechnik zum CO-Warnmelder. Die Kohlenmonoxid-Melder für den Hausgebrauch gibt es in jedem Baumarkt für einen relativ erschwinglichen Preis.

Die Montage sollte idealerweise an einer Wand auf Nasenhöhe erfolgen, da sich CO möglicherweise erst in die Weite und dann in die Höhe ausbreitet. Zudem sollten folgende Punkte bei Installation und Betrieb von CO-Meldern berücksichtigt werden:

  • Abstand von mindestens zwei Metern zum Brenngerät

  • Nicht in unmittelbarer Nähe von Fenstern, Türen oder sonstigen Zu- und Abluftquellen installieren

  • Nicht hinter Vorhängen oder Möbeln betreiben

  • Auf die Lebensdauer des Geräts achten und Ersatzdatum notieren

Was tun bei einer CO-Vergiftung?

Wenn wir eine CO-Vergiftung bei uns selbst vermuten, verlassen wir sofort den Raum und gehen an die frische Luft oder zumindest ein offenes Fenster. Jetzt heißt es tief durchatmen und den Notruf wählen. Keinesfalls sollten wir zurück ins Haus gehen. Da CO auch durch Wände und Böden ziehen kann, geben wir weiteren Bewohnern des Objekts Bescheid und bitten sie, dieses bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Feuerwehr zu verlassen.

Steht eine andere Person im Verdacht, mit Kohlenmonoxid vergiftet zu sein, sollte diese so schnell wie möglich vom Vergiftungsort weggebracht und behandelt werden. Sofern die Person noch atmet, empfiehlt die Bundesärztekammer, sie in eine stabile Seitenlage zu bringen, sobald sie evakuiert wurde. Bei einem Herz-Kreislaufstillstand sollte, wie üblich, eine Herzdruckmassage erfolgen.

Was tun bei einem CO-Alarm?

Wenn ein CO-Warngerät Alarm schlägt, sollten alle anwesenden Personen das Gebäude umgehend verlassen. Türen sollten beim Verlassen des Gebäudes offenstehen gelassen werden. Draußen angekommen, sollte der Notruf per 112 verständigt werden. Ebenso gilt es, Nachbarn im selben Gebäude zu verständigen und – je nach Ansage des Rettungsdienstes – gegebenenfalls nach draußen zu bitten, bis die Rettungskräfte eintreffen.

Übrigens: Harzer Roller ist nicht nur ein Käse

Der Einsatz von mobilen CO-Warnern hat eine lange Tradition. So wurden früher Kanarienvögel mit in die Bergwerke genommen, um als Frühwarnsystem zu fungieren. Kanarienvögel sind gegenüber Kohlenmonoxid sehr empfindlich. Fiel der Vogel in seinem Käfig also von der Stange, wussten die Bergleute, dass sie sich schnellstens in Sicherheit bringen müssen.

Der Harzer Roller war dabei einer der bekanntesten Vögel und wird immer wieder mit der Arbeit im Stollen in Verbindung gebracht. Die aus Madeira und von den Azoren nach Europa gebrachten Tiere wurden im Harz gezüchtet. Die gelbgefiederten Harzer Roller haben ihren Namen teilweise aus der Regionsbezeichnung und andererseits von ihrem rollenden Gesang. Um die gelben Vögel entstand ein wichtiger und lukrativer Wirtschaftszweig für die Bewohner der Region. Es gab Züchter, Käfigbauer und Hersteller von Versandbehältern. Die Vögel waren über Deutschlands Grenzen hinaus sehr beliebt und wurden auch in die USA, Südamerika, Australien und Südafrika sowie in das europäische Ausland verkauft. Das lag aber nicht an ihrer besonderen Sensibilität für CO, sondern hauptsächlich am antrainierten Gesang der männlichen Vögel.

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Dieser Leitfaden stellt eine Übersicht über Messgrößen und Messtechniken in der Heizungsbranche dar. Der engagierte Einsteiger erhält damit einen Überblick über die entsprechende Gesetzgebung in Deutschland und für den erfahrenen Rauchgas-Messprofi ist er ein wertvolles Nachschlagewerk über aktuelle Bestimmungen.

Zum Praxisratgeber:

Mobile CO-Warner für die Arbeitssicherheit

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  • Was ist Kohlenmonoxid (CO)?

  • CO-Warner: Funktion und Nutzen

  • Notfallmaßnahmen bei CO-Alarm

Zum Blog-Beitrag:

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zur Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung stellen die Gift-Informations-Zentralen, kurz GIZ, die Initiative „CO macht KO“ sowie das Bundesinstitut für Risikobewertung, kurz BfR, und einige weitere Stellen bereit. Die Initiative CO macht KO stellt auf ihrer Website unter anderem optisch und inhaltlich ansprechende Informationsmaterialien kostenlos zur Verfügung. Sehr ausführliche Informationen zum Thema finden sich im Bundesgesundheitsblatt der Ausgabe 11/2019, in dem eine repräsentative Studie zur Risikobekanntheit von CO-Vergiftungen vorgestellt wird. Daraus ist auch zu entnehmen, dass nur 15 % der Befragten einen CO-Melder besitzen.

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