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Titisee-Neustadt, 19. Februar 2026 – Die Testo-Gruppe bilanziert ein solides Geschäftsjahr 2025. Bei der diesjährigen Jahrespressekonferenz kommentierte CEO Eckhard Kloth die Bilanz des Vorjahres. Testo wächst derzeit vor allem im Ausland. Im Fokus steht zudem eine echte Weltneuheit. Und: Erstmals arbeiten mehr als 4000 Menschen für Testo.
Der Hauptsitz der Testo-Gruppe in Titisee-Neustadt
ist einer von insgesamt vier Standorten des Unternehmens in Südbaden.
Weitere Firmensitze befinden sich in Lenzkirch sowie zweimal in Kirchzarten bei Freiburg. ©Testo
Der Konzernumsatz der Firmengruppe stieg von 466 Millionen Euro auf 493,6 Millionen Euro und damit um +5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Erfreulich ist, dass sowohl alle Divisionen als auch alle Weltmarktregionen zulegen konnten.
Das Stammgeschäft „Instruments“ mit den Business Units HVAC/R (Heizung, Klima, Lüftung, Kälte), sowie Thermografie (Wärmebildkameras) und Emissionsmesstechnik konnte im Vorjahr um +2,3 Prozent zulegen. Dabei konnten Europa (+5,2 Prozent) und Asien (+9,3 Prozent) einen überdurchschnittlichen Beitrag leisten. Auch die sogenannten Emerging Markets – so nennt Testo die noch jüngeren und tendenziell noch kleineren Landesvertriebsgesellschaften wie Brasilien, Argentinien, Südafrika oder die Türkei – konnten mit +21 Prozent Umsatzwachstum ein erfolgreiches Jahr 2025 verbuchen.
Testo Industrial Services:
Stärkeres Wachstum im Ausland als in Deutschland
Die größte Division des Konzerns ist nach wie vor die Dienstleistungs-Tochtergesellschaft Testo Industrial Services (TIS) mit Sitz in Kirchzarten. Mit einem Umsatz von 166,3 Millionen Euro konnte TIS im vergangenen Jahr um +7,2 Prozent wachsen. „Positiv ist, dass alle Geschäftsbereiche des Unternehmen zu dem Wachstum beitragen. Allerdings wächst auch das Dienstleistungsgeschäft im Ausland schneller als in Deutschland“, erklärte CEO Eckhard Kloth. TIS Deutschland wächst mit +4,1 Prozent, während die Auslandstöchter mit +16,0 Prozent wachsen.
Der Dreiklang aus Hardware, Software und Services ist der Kern der digitalen Qualitätsmanagementsysteme, die Testo in den vergangenen zehn Jahren entwickelt hat und mittlerweile sehr erfolgreich unter anderem im globalen Lebensmitteleinzelhandel, in der Systemgastronomie und in der Pharmalogistik und Arzneimittelproduktion verkauft. Mit +9,2 Prozent nahe am zweistelligen Wachstum ist dementsprechend auch die Division Testo Saveris, die für den Vertrieb der gleichnamigen Full-Solution verantwortlich ist. „Beide Business Units, Food und Pharma notieren positiv“, so Eckhard Kloth. „Insbesondere hervorzuheben ist das starke Wachstum im US-amerikanischen Markt.“
Die politischen und teilweise ideologisch aufgeladenen Diskussionen in Deutschland rund um das Gebäudeenergiegesetz haben auch auf den Märkten für Wärmepumpen und jenem für fossile Heizungen zu heftigen Turbulenzen geführt. Die Testo Sensor GmbH musste deshalb im Jahr 2024 herbe Umsatzeinbrüche verkraften. Umso erfreulicher ist es, dass dieser Einbruch im vergangenen Jahr überwunden werden konnte. Nach wie vor herrscht im größten Markt der Testo Sensor Gegenwind. Testo Sensor konnte im Jahr 2025 mit +22,1 Prozent wachsen und sogar Marktanteile hinzugewinnen.
Testo bioAnalytics:
Erste Umsätze mit hochinnovativem Gerät
Seit vielen Jahren wurde an der Technologie getüftelt, nun zahlt sie sich aus. Die Division Testo bioAnalytics konnte im Jahr 2025 erstmals Umsätze mit einem Pilotkunden erwirtschaften. „Mit dem Testo Lab on a Chip-Gerät können Pathogene, also für den Menschen schädliche Bakterien, innerhalb weniger Stunden vor Ort detektiert werden. Es ist weltweit das erste Mal, dass dies zuverlässig funktioniert, ohne dass Produktproben langwierig ins Labor gegeben und mittels Brutschrank und Petrischale ermittelt werden müssen“, erklärte Eckhard Kloth mit sichtlicher Begeisterung für diese Weltneuheit.
Die Resilienz und der wirtschaftliche Erfolg der Testo-Gruppe ergibt sich einerseits aus einem diversifizierten Produkt- und Dienstleistungsportfolio. Sie ergeben sich zweitens jedoch auch aus einer globalen Aufstellung. 37 Tochtergesellschaften in 26 Ländern und mehr als 80 Vertriebs- und Handelspartner sichern die globale Präsenz von Testo. Dementsprechend werden weit mehr als 80 Prozent der Testo-Produkte exportiert. Erfreulich ist, dass das Umsatzwachstum der Testo-Gruppe sich über alle Weltregionen hinweg stabil entwickelt hat, wobei Europa um +5,9 Prozent, Amerika um +4,7 Prozent und Asien um +9,0 Prozent zulegen konnten. Nicht ganz mithalten können die Umsätze in Deutschland. Aufgrund eines extrem anspruchsvollen Marktumfeldes und einer weiterhin stagnierenden Konjunktur bleibt das kumulierte Umsatzwachstum mit +3,1 Prozent hinter den Erwartungen zurück.
Wachstum auch bei den Mitarbeiterzahlen. Erstmals beschäftigt die Testo-Gruppe weltweit mehr als 4000 Mitarbeiter. An den Standorten in Südbaden – das sind der Hauptsitz in Titisee-Neustadt, in Lenzkirch, sowie an den beiden Standorten in Kirchzarten, fiel das Wachstum moderat aus. Im Vergleich zu 2024 wurden unter dem Strich 23 neue Arbeitsplätze geschaffen. Insgesamt arbeiten nun 1640 Mitarbeiter für die Testo-Gruppe in Südbaden. „Wir gehen Stand heute davon aus, dass wir diese Zahl im Jahr 2025 in etwa auch halten werden. Gleichzeitig sind wir ein international denkendes und handelndes Unternehmen. Daher werden wir neu entstehende Stellen gegebenenfalls an mehreren Standorten gleichzeitig ausschreiben und dort besetzen, wo wir den bestgeeigneten Kandidaten in der kürzesten Zeit einstellen können“, erklärte Eckhard Kloth. Nicht zuletzt bleibe, so der CEO, das Finden und Binden von Fachkräften durch den demografischen Wandel weiterhin herausfordernd. Auch die Lohn- und Lohnnebenkosten seien in Deutschland nach wie vor sehr hoch.
2025 konnte mit dem neuen Produktions- und Entwicklungswerkes in Portugal ein großer Meilenstein begangen werden. Mit einer Gesamtinvestitionssumme von gut 40 Millionen Euro und einer Produktionsfläche von 21.000 Quadratmetern adressiert der neue Standort gleich mehrere Risiken, die Testo in den vergangenen Jahren begleitet haben. „Zunächst einmal wollten wir unsere Lieferketten besser vor geopolitischen Risiken schützen – eine Lehre aus der Pandemie-Zeit“, erklärt Eckhard Kloth. Aber auch andere Gründe spielen eine Rolle. „Wir möchten uns unabhängig von einzelnen Ländern in der Welt aufstellen. Die Rechtssicherheit der EU ist ein hohes Gut, welche unter anderem auch den Ausschlag gegeben hat, innerhalb der Europäischen Union zu erweitern.“ Nach der Prüfung mehrerer Standorte fiel die Wahl auf Portugal. „Testo hat in Portugal ein sehr gutes Investitionsklima vorgefunden. 3 Universitäten in der Region sorgen für viele gut ausgebildete Fachkräfte. Zudem sind die Energiepreise deutlich niedriger und auch die Aufwände für Bürokratie sind spürbar geringer als anderswo.“
Eines dieser geopolitischen Risiken ist die unberechenbare Zollpolitik der aktuellen US-Administration. Testo ist sowohl von Zöllen auf in Europa produzierte Produkte als auch von den Zöllen auf chinesische Produkte betroffen, sofern ein Produkt im chinesischen Werk Shenzhen gefertigt wird. Aufgrund der dynamischen Lage wurde im vergangenen Jahr eine Taskforce, bestehend aus Mitgliedern der Geschäftsleitung und des Supply Chain Managements, gebildet, welche die Lage täglich verfolgt und die Situation systematisch gemanagt hat. So konnte beispielsweise durch intensiven Lageraufbau vor Inkrafttreten der Zölle zumindest etwas gegengesteuert werden. Preiserhöhungen wurden im Jahr 2025 nicht durchgeführt. Dennoch wurde das Betriebsergebnis 2025 mit einem niedrigen einstelligen Millionenbetrag belastet. Aktuell beträgt der Umsatzanteil des US-Marktes gut 37 Millionen Euro.
Auch in den Standort Deutschland wird nach wie vor investiert. Voraussichtlich im Juli 2026 wird die Calibration Factory in Kirchzarten erweitert, die nach fünf Jahren bereits an ihre Kapazitätsgrenzen kommt. Der Anbau an die 2021 errichtete Calibration Factory schafft 3800 m² Fläche zusätzlich zu den bestehenden 5500 m² Grundfläche. Insgesamt werden in Kirchzarten 18 Millionen Euro investiert, 140 neue Arbeitsplätze entstehen so perspektivisch im Dreisamtal. „Wir gehen dem 70. Geburtstag von Testo im Jahr 2027 mit großen Schritten entgegen. Große Investitionen wie die Erweiterung der Calibration Factory unterstreichen, dass Testo nach wie vor ein heimatverbundener, stabiler Arbeitgeber mit langfristigen Planungshorizonten ist“, sagt CEO Eckhard Kloth.
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Gleichzeitig investiert die Firmengruppe auch in der Heimat: 2026 wird die Erweiterung der Calibration Factory eröffnet. Hier entstehen im Dreisamtal perspektivisch 140 neue Arbeitsplätze. © Testo.
Mit dem neu eröffneten Produktions- und Entwicklungsstandortes in Portugal sichert sich Testo vor geopolitischen Risiken ab. © Testo
Testo mit Hauptsitz in Titisee-Neustadt im Hochschwarzwald ist weltweit führend im Bereich portabler und stationärer Messlösungen. In 37 Tochtergesellschaften rund um den Globus forschen, entwickeln, produzieren und vermarkten 4000 Mitarbeiter für das High-Tech-Unternehmen. Der Messtechnik-Experte überzeugt weltweit Kunden mit hochpräzisen Messgeräten und innovativen Lösungen für das Messdatenmanagement von morgen. Produkte von Testo helfen Zeit und Ressourcen zu sparen, die Umwelt und die Gesundheit von Menschen zu schützen und die Qualität von Waren und Dienstleistungen zu steigern.
Ein durchschnittliches jährliches Wachstum von ca. 10 Prozent seit der Gründung 1957 und ein aktueller Umsatz von über 493,6 Millionen Euro zeigen eindrücklich, dass Hochschwarzwald und High-Tech-Systeme perfekt zusammenpassen. Zum Erfolgsrezept von Testo gehören auch die überdurchschnittlichen Investitionen in die Zukunft des Unternehmens. Etwa ein Zehntel des jährlichen Umsatzes weltweit investiert Testo in Forschung & Entwicklung.