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FALLSTUDIE
Nahtloser Datenfluss in GxP-konformen Prozessen
Eine zuverlässige Umweltüberwachung erfordert mehr als nur präzise Messtechnik. Die kontinuierliche Verfügbarkeit von Daten, flexible Skalierbarkeit und die strukturierte Einbindung neuer Bereiche sind ebenso entscheidend.
Ein praktisches Beispiel aus der Biotechnologiebranche veranschaulicht, wie sich ein System im Laufe der Jahre vom Laboreinsatz zu einer standortweiten, auditfähigen Infrastruktur entwickelt hat.
Wenn es um die Qualitätssicherung in regulierten Bereichen geht, zählt nicht nur die Genauigkeit einzelner Messwerte, sondern vor allem deren langfristige Verfügbarkeit. Beim Biotechnologieunternehmen Jungbunzlauer in Ladenburg, Deutschland, ist das Umgebungsüberwachungssystem testo Saveris 1 seit 2010 ununterbrochen im Einsatz – eine wichtige Voraussetzung für eine lückenlose Dokumentation in GxP-konformen Prozessen. Es erfasst Temperatur- und Feuchtigkeitsdaten über vernetzte Messstellen, speichert diese zentral und meldet Abweichungen automatisch. Der Hersteller nutzt es zur Überwachung von Laboren, der Qualitätskontrolle, Lagern, Referenzprobenräumen und kritischen Kontrollpunkten in der Produktion.
In der Biotechnologie erfordern GxP-konforme Prozesse präzise Messungen und eine umfassende Dokumentation.
Die Jungbunzlauer Ladenburg GmbH stellt biologisch abbaubare Inhaltsstoffe wie Zitronensäure, Xanthan und Gellan für Branchen wie Lebensmittel und Getränke, Ernährung und Gesundheit, Haushaltsprodukte sowie Körperpflege her. Laut Dr. Jochen Jung, Leiter der Qualitätskontrolle, ist der Zugriff auf historische Daten einer der wichtigsten Vorteile: „Ich kann im System zurückblättern und jederzeit auf die Originaldaten zugreifen, zumindest bei den Sensoren, die noch im Einsatz sind.“ So kann Jung nachvollziehen, unter welchen Bedingungen Produkte hergestellt, gelagert oder geprüft wurden. Eine umfassende Dokumentation bildet die Grundlage für Audits und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Behördliche Inspektionen sind ein fester Bestandteil des Betriebs, weshalb Datenintegrität und kontinuierliche Verfügbarkeit unverzichtbare Voraussetzungen sind.
Jungbunzlauer begann seine Reise in die digitale Umweltüberwachung im Jahr 2010 im Labor. Das System wurde Schritt für Schritt ausgebaut. Mittlerweile werden zusätzliche Datenlogger unter anderem zur Überwachung von Behältern, Silos, Aufbewahrungsräumen für Rückhalteproben sowie von Kühlräumen und Trockenschränken eingesetzt.
testo Saveris 1 deckt mittlerweile große Teile des Standorts ab und erfüllt gleichzeitig verschiedene Anforderungen: In der Produktion und Lagerung löst das System automatische Alarme aus, wenn Temperatur- oder Feuchtigkeitsgrenzwerte überschritten werden. Im Labor hingegen sorgt es für stabile, reproduzierbare Bedingungen – beispielsweise bei der temperaturgesteuerten Lagerung von Reagenzien. Materialien, die bei konstanten 25 °C gelagert werden müssen, werden in überwachte Wasserbäder mit speziell angepassten Sensoren gelegt.
„Das erleichtert uns die Arbeit erheblich“, erklärt Jung. „Wir müssen keine manuellen Berechnungen mehr durchführen und erhalten saubere Vergleichswerte.“
Zuverlässige Überwachung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit: Das Umgebungsüberwachungssystem testo Saveris 1 liefert über viele Jahre hinweg kontinuierlich Daten.
Im Rahmen des Baus einer neuen Abfüllhalle im Jahr 2025 wurde das System weiter ausgebaut. Der neue Bereich mit einer Fläche von rund 2.500 Quadratmetern erforderte zusätzliche Messpunkte sowie eine Überprüfung der gesamten Systemarchitektur. Dieser Prozess basierte auf einer detaillierten Bewertung:
Wie viele Datenlogger werden benötigt?
Welche Komponenten können wiederverwendet werden?
Wo sind Anpassungen erforderlich, um eine GMP-konforme Validierung zu gewährleisten?
Und wie kann die Infrastruktur langfristig skalierbar bleiben?
Gemeinsam mit Testo analysierte Jungbunzlauer, wie sich die Anforderungen in der Praxis umsetzen lassen. Das Ergebnis ist eine standardisierte Systemarchitektur mit geplanter Redundanz.
Jochen Jung erklärt:„Wir sind jetzt deutlich flexibler, da die Konnektivität sowohl über WLAN als auch über Funkkommunikation gewährleistet werden kann.“
Die bei Jungbunzlauer eingesetzten Datenlogger sind für unterschiedliche Messaufgaben ausgelegt – von integrierten Temperatursensoren bis hin zu Mehrkanalgeräten für externe Sensoren.
Auch die Integration der neuen Abfüllhalle folgt einem systematischen Ansatz. Vor der endgültigen Installation führten die Servicetechniker eine mehrtägige Erfassung durch, um klimatische Schwankungen innerhalb der Halle zu erfassen. Zu diesem Zweck installierten sie vorübergehend 26 Sensoren, die über einen Zeitraum von zehn Tagen Temperatur- und Feuchtigkeitsdaten aufzeichneten. Auf dieser Grundlage konnten die optimalen Positionen für das permanente Sensorsystem festgelegt werden – ergänzt durch zusätzliche Messpunkte an den einzelnen Abfüllanlagen.
Das Ergebnis: eine bedarfsgerechte Sensoranordnung anstelle eines einheitlichen Ansatzes für den Sensoreinsatz. In groß angelegten Produktionsumgebungen ist dies ein wesentlicher Vorteil.
Neben der technischen Infrastruktur spielt auch der tägliche Betrieb eine entscheidende Rolle. Die Servicetechniker von Testo kalibrieren die eingesetzten Sensoren regelmäßig, um eine langfristige Messgenauigkeit zu gewährleisten. Gleichzeitig beweist das System seine Flexibilität im täglichen Betrieb: „Wir finden auch kreative Lösungen – zum Beispiel, wenn ein Sensor hoch oben in einem Hochregallager installiert ist und der Referenzsensor mit einem Gabelstapler positioniert werden muss“, erklärt Jung.
Mit der Erweiterung der Abfüllhalle ist der Ausbau des Überwachungssystems am Standort noch nicht abgeschlossen. Weitere Bereiche, neue Laborabschnitte oder zusätzliche Produktionslinien können jederzeit integriert werden. „Ich habe gelernt, dass es sich lohnt, nachzufragen“, fasst Jung zusammen. „Für viele Anforderungen gibt es bereits passende Lösungen, die sofort umgesetzt werden können.“
Wer sich eingehender mit der GxP-konformen Umgebungsüberwachung und der strukturierten Systemplanung befassen möchte, findet im Whitepaper der Testo Saveris GmbH praktische Leitlinien und konkrete Umsetzungsempfehlungen.
Dr. Jochen Jung, Leiter der Qualitätskontrolle bei der Jungbunzlauer Ladenburg GmbH, schätzt es, dass er mit dem neuen System jederzeit auf historische Daten zugreifen kann.
Liefert kontinuierliche Messdaten über längere Zeiträume – unverzichtbar für Audits und die Einhaltung von Vorschriften
Überwacht alle Bereiche zentral in einem einzigen System
Verbindet Messstellen flexibel über Funk oder WLAN
Lässt sich bei steigenden Anforderungen problemlos erweitern
Warnt Benutzer automatisch bei Abweichungen und Grenzwertüberschreitungen
Gewährleistet die Messgenauigkeit durch regelmäßige Kalibrierung
Speichert Daten lokal, ohne dass eine Cloud-Verbindung erforderlich ist