Jungbunzlauer zählt zu den führenden Herstellern hochwertiger und nachhaltiger Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs. Das Unternehmen beliefert eine Vielzahl von Branchen – von Lebensmittel und Getränke über Ernährung und Gesundheit bis hin zu Haushalt und Körperpflege. Das Biotech-Unternehmen setzt seit Ende 2010 auf das Umgebungsmonitoring System testo Saveris 1.
Überwacht werden Labore, Qualitätskontrolle, Lager, Rückstellmusterräume und kritische Kontrollpunkte in der Fertigung. Die Datenaufzeichnung läuft seit Beginn ohne Unterbrechung – eine derart verlässliche Dokumentation ist für GxP-konforme Prozesse essenziell. Mit der Inbetriebnahme einer neuen, 2.500 m² großen Abfüllhalle im Jahr 2025 wurde das System erweitert und modernisiert. Mit Dr. Jochen Jung, dem Leiter der Qualitätskontrolle, sprachen wir über rund 15 Jahre Monitoring-Erfahrung.
Vom Coating auf Tabletten bis zum Weichmacher in Bodenbelägen: Inhaltstoffe von Jungbunzlauer sind so vielfältig im Einsatz, dass wir wohl alle bereits damit in Berührung gekommen sind. Die Hauptprodukte sind Citronensäure sowie verschiedene Mineralsalze – darunter Kalium-, Magnesium- und Calciumverbindungen. Mit der Breite der Anwendungen steigen auch die Anforderungen an Qualitätssicherung und Prozessüberwachung. Besonders im pharmazeutischen Bereich ist eine lückenlose Dokumentation der Umgebungsbedingungen unerlässlich.
„Im Zuge der Planungen für die neue Abfüllhalle haben wir gerechnet: Wie viele Logger brauchen wir? Was muss für die GMP-gerechte Validierung erneuert werden? Herr Geipert von Testo hat mit uns eine Bestandsaufnahme des bestehenden testo Saveris 1 Systems gemacht und geschaut, wie er unsere Anforderungen am besten in der Praxis umsetzen kann“, erinnert sich Jochen Jung. Jungbunzlauer wollte die technische Weiterentwicklung im gesamten Unternehmen nutzen und entschied sich für eine Modernisierung des bewährten Systems. „Jetzt ist alles wieder vereinheitlicht, mit geplanter Redundanz für den Fall eines Ausfalls. Dadurch haben wir viel Flexibilität gewonnen, weil die Anbindung entweder über WLAN oder über Funk läuft – da bietet Testo viele Möglichkeiten, sodass wir immer die beste Lösung für eine stabile Verbindung wählen können.“
Die neue Abfüllhalle mit 2.500 m² Fläche wird 2025 in das Monitoring-System integriert. „Zwei Servicetechniker von Testo führen vor Ort ein umfassendes Mapping durch, um Hot- und Cold-Spots sowie feuchte und trockene Zonen zu identifizieren. Dafür haben sie 26 Fühler aufgehängt, die nun zehn Tage lang Messdaten liefern. Auf dieser Basis sollen anschließend fünf Fühler dauerhaft verbaut werden sowie jeweils ein zusätzlicher Logger pro Abfülllinie“, erläutert Jung.
Seit dem 6. Dezember 2010 läuft das testo Saveris 1 System bei Jungbunzlauer ohne Unterbrechung. „Ich kann im System zurückblättern und jederzeit auf die Originaldaten zugreifen, zumindest von den Fühlern, die noch im Einsatz sind“, sagt Jochen Jung. So kann Jungbunzlauer lückenlos belegen, unter welchen Bedingungen produziert, gelagert oder geprüft wurde – jederzeit, rückverfolgbar und auditfest. Das Unternehmen wird regelmäßig von der FDA sowie vom Regierungspräsidium Tübingen geprüft und kann dabei stets die geforderten Nachweise erbringen.
Das Umgebungsmonitoring kam Ende 2010 zunächst im Labor zum Einsatz – als erstes digitales Monitoring überhaupt bei Jungbunzlauer in Ladenburg. Stü ck für Stück wurden weitere Logger ergänzt, für Behälter, Silos, Trockenschränke, Kühlschränke und Rückstellmusterräume. In der Produktion und im Lager sorgen sie heute für automatische Alarme, wenn Temperatur- oder Feuchtewerte aus dem Toleranzbereich laufen. Im Labor wurde außerdem ein einheitlicher Temperaturstandard eingeführt. Reagenzien, die bei 25 °C gelagert werden müssen, stehen in temperierten Wasserbädern – überwacht von spezialgefertigten Fühlern, die direkt in die Flüssigkeit eintauchen. „Das erleichtert uns die Arbeit enorm. Wenn alles bei 25 Grad läuft, müssen wir nichts mehr nachrechnen und haben saubere Vergleichswerte“, so Jochen Jung.
„Für Testo sprach sicherlich, dass sie für den Einsatz mit Chemikalien sehr gut geeignete und beständige Fühler im Angebot haben“, sagt Jung. Das System überzeugte aus Sicht auch, da es eine Basisstation plus passende Software besitzt, mit der sich alle Daten zentral aufzeichnen und abrufen lassen. Auch die Alarmfunktion sei ein Pluspunkt. „Die Geräte sind zum Teil seit 2010 nahtlos im Einsatz. Sicher gab es das ein oder andere Update, was Firmware oder auch Software angeht.“
Heute wird das System bei Jungbunzlauer in Ladenburg jährlich kalibriert. „Wir haben über die Jahre schon einige Testo-Techniker kennengelernt, aber egal wer kommt, die Qualität ist immer gut“, so Jung. „Manchmal gab‘s auch kreative Lösungen. Wenn der Fühler oben am HochregalLager hängt, wird der Referenzfühler eben per Gabelstapler nach oben gefahren.“
Jochen Jung kannte Testo bereits aus seiner vorherigen Tätigkeit in einem Dienstleistungslabor: „Als ich zu Jungbunzlauer kam und hörte, dass ein Testo System eingeführt werden soll, dachte ich mir: Ah super, sie haben Testo ausgewählt, das wird funktionieren. Das war für mich ein guter Einstieg.“
Auch in Zukunft will Jungbunzlauer weitere Flächen mit dem testo Saveris System erschließen – etwa bei neuen Laborflächen oder zusätzlichen Produktionslinien. In den vergangenen 15 Jahren sei bei Testo eine beeindruckende Anwendungsbreite entstanden.
„Das habe ich im Rahmen dieses Projekts gelernt“, sagt Jochen Jung: „Wenn man eine Idee hat, sollte man einfach bei Testo nachfragen: Wie ist der Stand der Technik? Was gibt es schon? Was könnt ihr uns anbieten?“
Jetzt ist alles wieder vereinheitlicht, mit geplanter Redundanz für den Fall eines Ausfalls. Dadurch haben wir viel Flexibilität gewonnen, weil die Anbindung entweder über WLAN oder über Funk läuft – da bietet Testo viele Möglichkeiten, sodass wir immer die beste Lösung für eine stabile Verbindung wählen können.
Dr. Jochen Jung
Leiter der Qualitätskontrolle