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In Industrieanlagen wie Glas-, Zement- oder Stahlwerken erfassen Emissionsmessgeräte kontinuierlich oder wiederkehrend Abgasbestandteile wie O2, CO, CO2, NOx, SO2 und Staub in mg/m3, um die Einhaltung von Emissionsgrenzwerten sicherzustellen und Prozesse effizient zu steuern. Sie werden an definierten Messstellen installiert und in die Betriebs- und Dokumentationsabläufe der Anlage eingebunden.
Industrieanlagen erzeugen Emissionen vor allem dort, wo Brennstoffe verbrannt oder Prozessgase freigesetzt werden. Typische Emissionsquellen sind:
Hauptbrenner und Ofenflammen in Glas- oder Zementöfen,
Kessel- und Heizzentralen zur Dampferzeugung,
Trocknungs- und Behandlungsöfen in der Stahl- oder Metallindustrie,
Abgasströme aus Abhitzeanlagen oder Nachverbrennungsstufen.
In vielen Fällen sind diese Emissionsquellen an zentrale Abgasleitungen oder Schornsteine angeschlossen. Emissionsmessgeräte werden so positioniert, dass sie repräsentative Abgasströme erfassen – häufig unmittelbar vor dem Schornsteinaustritt oder an definierten Abgassammelpunkten.
Die Auswahl geeigneter Messstellen ist entscheidend für aussagekräftige Emissionsmessungen. Wichtige Kriterien sind:
Strömungsverhältnisse im Abgas (ausreichende Durchmischung, keine totzonenartigen Bereiche),
Temperatur- und Druckverhältnisse,
Staub- und Feuchtegehalt,
Zugänglichkeit für Montage und Wartung.
Typische Messgrößen in Industrieanlagen sind O2, CO, CO2, NOx, SO2 und Staub. Je nach Prozess kommen weitere Komponenten hinzu, etwa HCl oder HF in Abfallverbrennungsanlagen. Emissionsmessgeräte müssen Messbereiche abdecken, die sowohl den typischen Betriebsbereich als auch zu erwartende Spitzen erfassen können. Gleichzeitig sind hohe Temperaturen, Staub und aggressive Bestandteile Herausforderungen für Probenahme, Gasaufbereitung und Sensorik.
Praxisbeispiel: In einem Zementwerk kann die Abgastemperatur im Rohgasbereich mehrere hundert Grad Celsius erreichen, während Staubgehalte im g/m3-Bereich liegen. Probenahmesonden und Gasaufbereitungsmodule müssen dafür ausgelegt sein, um sowohl Messgeräte als auch Leitungen vor Verschleiß und Verstopfung zu schützen.
In der Glasindustrie stehen häufig NOx- und SO2-Emissionen im Fokus. Messstellen werden typischerweise im Abgasstrom der Schmelzöfen eingerichtet. Hohe Prozesstemperaturen und lange Standzeiten der Öfen erfordern besonders robuste Messsysteme mit langzeitstabilen NDIR-Messstrecken und zuverlässiger Gasaufbereitung.
In der Zementindustrie sind neben NOx und SO2 vor allem Staubemissionen relevant. Messungen erfolgen an mehreren Punkten: etwa am Ofenabgas, an Entstaubungsanlagen oder an Nebenfeuerungen. Emissionsmesssysteme müssen hier mit hohen Staubbelastungen und wechselnden Brennstoffen umgehen können.
In der Stahlindustrie werden Emissionsmessungen unter anderem an Wärmebehandlungsöfen, Abhitzeanlagen und weiteren Prozessstufen durchgeführt. Je nach Prozess sind unterschiedliche Gaskomponenten und Staubanteile zu überwachen. Emissionsmessgeräte werden dabei oft in bestehende Prozessleitsysteme integriert, um Grenzwertüberwachung und Betriebsoptimierung zu kombinieren.
Emissionsmessgeräte sind nicht isolierte Einheiten, sondern Teil eines gesamten Anlagenkonzepts aus Prozesstechnik, Abgasreinigung und Überwachungssystemen. Typische Integrationsaspekte sind:
Einbindung von Messwerten in Prozessleitsysteme (z. B. zur automatischen Grenzwertüberwachung),
Verknüpfung mit Abgasreinigungsanlagen (z. B. Regelung von Entstickungs- oder Entschwefelungsstufen),
Anbindung an Datenarchivierung und Reporting für Audits und Behördenberichte.
In vielen Industrieanlagen ergänzen sich stationäre Emissionsmesssysteme und mobile Geräte. Stationäre Systeme erfassen kontinuierlich die Emissionen an den Hauptschornsteinen, während mobile Emissionsmessgeräte für zusätzliche Messungen an Nebenanlagen, temporären Prozessen oder während Inbetriebnahmen eingesetzt werden. So lassen sich sowohl gesetzliche Anforderungen als auch betriebliche Fragestellungen flexibel abdecken.
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