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Technologien in Emissions­messgeräten
Messprinzipien & Systemaufbau

Technologien in Emissionsmessgeräten

Emissionsmessgeräte kombinieren physikalische Messprinzipien wie NDIR- und elektrochemische Sensorik mit einem auf die Anwendung abgestimmten Probenahme- und Gasaufbereitungssystem, um Gaskomponenten wie CO, CO2, NOx oder SO2 in mg/m3 oder Vol.-% zuverlässig zu bestimmen. Die Wahl der richtigen Technologie entscheidet darüber, ob Messwerte unter realen Betriebsbedingungen stabil, normgerecht und langzeitfähig sind.


NDIR-Messung – Infrarottechnologie für Gasanalysen

Nichtdispersive Infrarotmessung (NDIR) ist eine der wichtigsten Technologien in der Emissionsmesstechnik. Sie basiert darauf, dass bestimmte Gase – etwa CO, CO2 oder NO – Infrarotstrahlung in charakteristischen Wellenlängenbereichen absorbieren. Ein NDIR-Analysator schickt infrarotes Licht durch eine Messküvette, die mit dem zu analysierenden Gas gefüllt ist, und misst die Abschwächung des Lichts. Aus dieser Abschwächung wird nach dem Lambert-Beer’schen Gesetz die Gaskonzentration berechnet.

NDIR-Messstrecken zeichnen sich durch eine hohe Langzeitstabilität und Selektivität für bestimmte Komponenten aus. Sie werden häufig für kontinuierliche Emissionsmessungen eingesetzt, bei denen Messbereiche über mehrere Größenordnungen (z. B. von einigen mg/m³ bis in den g/m³-Bereich) abgedeckt werden müssen. In vielen CEMS-Systemen kommen mehrere NDIR-Kanäle parallel zum Einsatz, um unterschiedliche Komponenten gleichzeitig zu erfassen.

Vorteile und Grenzen der NDIR-Technologie

Zu den Vorteilen von NDIR-Messungen zählen:

  • hohe Langzeitstabilität und geringe Drift,

  • gute Selektivität für bestimmte Gase,

  • Eignung für kontinuierliche Messungen mit kurzen Aktualisierungszeiten.

Grenzen ergeben sich dort, wo Gase keine ausgeprägte IR-Absorption besitzen oder wo Kreuzsensitivitäten zwischen ähnlichen Absorptionsbanden sorgfältig kompensiert werden müssen. Außerdem erfordern NDIR-Messungen eine stabile Temperatur und einen definierten Druck im Messsystem, damit die Umrechnung auf mg/m3 bei Normbedingungen korrekt erfolgt.

NDIR & elektrochemische Sensoren

Elektrochemische und paramagnetische Sensoren

Elektrochemische Sensoren werden häufig für die Messung von O2, NO, NO2, SO2 oder CO in Emissionsmessgeräten eingesetzt. Ein elektrochemischer Sensor besteht aus einer Messzelle mit Elektrolyt und Elektroden. Das zu messende Gas diffundiert in die Zelle, reagiert elektrochemisch und erzeugt dabei einen Strom, der proportional zur Gaskonzentration ist. Elektrochemische Sensoren sind kompakt, vergleichsweise kostengünstig und eignen sich besonders für mobile Emissionsmessgeräte.

Paramagnetische Sensoren werden insbesondere für präzise O2-Messungen verwendet. Sie nutzen die Tatsache, dass Sauerstoff paramagnetisch ist, also von einem Magnetfeld angezogen wird, während die meisten anderen Gase diamagnetisch sind. In einem paramagnetischen O2-Sensor führt eine Änderung der O2-Konzentration im Messgas zu einer messbaren Bewegung oder Kraftänderung in einem magnetischen Feld. Diese Änderung wird elektrisch erfasst und in eine O2-Konzentration umgerechnet.

Für Anwender stellen sich Fragen wie: Wann ist ein elektrochemischer Sensor ausreichend, und wann ist ein paramagnetischer Sensor sinnvoll? Die Antwort hängt von den Anforderungen an Genauigkeit, Langzeitstabilität und Wartungsaufwand ab. In mobilen Geräten bieten elektrochemische Sensoren einen guten Kompromiss aus Präzision und Handhabbarkeit. In stationären Systemen mit hohen Anforderungen an Genauigkeit und Verfügbarkeit können paramagnetische O2-Sensoren Vorteile bieten.

Elektrochemische und paramagnetische Sensoren

Probenahme, beheizte Leitungen und Gasaufbereitung

Damit Sensoren oder Messstrecken verlässliche Ergebnisse liefern, muss das Abgas vor der eigentlichen Analyse korrekt entnommen und aufbereitet werden. Eine typische Emissionsmesskette umfasst daher:

  • eine beheizte Entnahmesonde im Abgasstrom,

  • eine beheizte Schlauchleitung,

  • Filter- und Partikelabscheider,

  • Gasaufbereitungsmodule (z. B. Kühler, Kondensatableiter),

  • Strömungsüberwachung und ggf. Pumpen.

Die beheizte Entnahmesonde stellt sicher, dass sich kondensierbare Bestandteile nicht bereits in der Sonde absetzen und Messwerte verfälschen. Beheizte Schlauchleitungen verhindern Kondensation bis zur Gasaufbereitung. In der Gasaufbereitung wird das Abgas auf definierte Bedingungen gebracht – etwa durch Trocknung auf eine bestimmte Restfeuchte oder durch Abscheidung von Staub und Aerosolen. Erst danach gelangt das konditionierte Gas in die Analysatoren.

Typische Komponenten einer Gasaufbereitung

Eine Standard-Gasaufbereitung für kontinuierliche Emissionsmessungen umfasst häufig:

  • Vorfilter zur Abscheidung grober Partikel,

  • Gaswäscher oder Trocknungseinheiten zur Reduktion der Feuchte,

  • Feinfilter zur Entfernung verbleibender Partikel,

  • Überwachungseinrichtungen für Durchfluss und Kondensat.

Die Auslegung der Gasaufbereitung hängt stark von der Anwendung ab. In staubintensiven Prozessen (z. B. Zementöfen) müssen Filter und Sonden zum Beispiel besonders robust und leicht zu warten sein. In feuchten, schwefelhaltigen Abgasen ist eine geeignete Materialwahl entscheidend, um Korrosion und Messfehler zu vermeiden.

Sensorenwechsel Emission

Systemauswahl: Mobile vs. stationäre Emissions­messsysteme

Aus technologischer Sicht unterscheiden sich mobile und stationäre Emissionsmesssysteme vor allem in der Auslegung von Probenahme, Gasaufbereitung und Analysatortechnik. Mobile Geräte kombinieren häufig elektrochemische Sensoren und kompakte NDIR-Messstrecken in einem tragbaren Gehäuse, das für den Einsatz an wechselnden Messstellen optimiert ist. Stationäre Systeme sind dagegen für den Dauerbetrieb an einer festen Messstelle ausgelegt und verfügen über erweiterte Gasaufbereitung, automatische Null- und Spanprüfungen sowie kontinuierliche Überwachungseinrichtungen.

Die Entscheidung zwischen mobiler und stationärer Technik hängt von Fragen wie diesen ab:

  • Handelt es sich um wiederkehrende Kontrollen oder um eine gesetzlich geforderte kontinuierliche Überwachung?

  • Wie viele Messstellen müssen überwacht werden, und wie zugänglich sind sie?

  • Welche Genauigkeits- und Verfügbarkeitsanforderungen gelten?

Mobile Emissionsmessgeräte eignen sich ideal für Servicetechniker, Inbetriebnahmen oder Kampagnenmessungen an mehreren Anlagen. Stationäre Systeme sind die erste Wahl, wenn Grenzwerte permanent überwacht werden müssen und entsprechende Vorgaben bestehen.

Mobile Emissionsmesssysteme

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