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Was ist ein Emissions­messgerät?

Emissionsmessgerät

Ein Emissionsmessgerät ist ein Messsystem, mit dem gasförmige Schadstoffe und Partikel in Abgasen – etwa O2 in Vol.-%, CO, CO2, NOx oder SO2 in mg/m3 – sicher erfasst, bewertet und dokumentiert werden, damit Betreiber die Einhaltung von Emissionsgrenzwerten nachweisen, Anlagen effizient einstellen und Umweltauflagen erfüllen können. Es bildet damit die technische Grundlage jeder normgerechten Emissionsmessung.

Definition und zentrale Aufgabe

Emissionsmessgeräte werden dort eingesetzt, wo bei Verbrennungsprozessen oder industriellen Verfahren Abgase freigesetzt werden. Ihre zentrale Aufgabe besteht darin,

  • relevante Gaskomponenten und ggf. Staubgehalte im Abgasstrom zu erfassen,

  • Messwerte in normgerechten Einheiten (z. B. mg/m3 bei definierten Bezugsbedingungen) bereitzustellen,

  • die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte und interner Zielvorgaben zu überprüfen,

  • Messdaten revisionssicher zu dokumentieren.

Im Unterschied zu einfachen Abgas- oder Raumluftmessungen stehen bei Emissionsmessgeräten die Anforderungen aus Umwelt- und Emissionsschutz im Vordergrund. Messwerte müssen daher nicht nur technisch korrekt, sondern auch rechtssicher interpretierbar sein. Dazu gehören definierte Bezugsbedingungen (z. B. Bezugssauerstoffgehalt), klar zugeordnete Messstellen und nachvollziehbare Messverfahren.

Aufgabe von Emissionsmessgeräten

Aufbau eines Emissions­messgeräts

Ein Emissionsmessgerät besteht in der Regel aus mehreren funktionalen Einheiten, die gemeinsam eine Messkette bilden:

  • Probenahme: Entnahme des Abgases aus dem Abgasstrom, meist über eine beheizte Sonde an einer definierten Messstelle.

  • Gasaufbereitung: Konditionierung des Abgases, z. B. Trocknung, Staubabscheidung und Temperaturanpassung, damit Sensoren zuverlässig arbeiten können.

  • Analysator: Sensorik oder Messstrecken zur Bestimmung der Gaskonzentration mittels NDIR-, elektrochemischer oder paramagnetischer Verfahren.

  • Auswertung & Dokumentation: Anzeige, Speicherung und Ausgabe der Messwerte, inklusive Mittelwertbildung und Berichtsfunktionen.

Emissionsmessgeräte von Testo

Typische Einsatz­bereiche in der Praxis

Emissionsmessgeräte kommen in vielen Branchen zum Einsatz, unter anderem:

  • in Kessel- und Feuerungsanlagen zur Überwachung von O2, CO, NOx und Staub,

  • in Glas-, Zement- und Stahlwerken zur Kontrolle emissionsrelevanter Prozessgase,

  • in Blockheizkraftwerken zur Prüfung von NOx- und CO-Grenzwerten,

  • in Müllverbrennungs- und Industriefeuerungsanlagen zur kontinuierlichen Emissionsüberwachung.

Von Kesselanlagen bis BHKW

In einer gasbefeuerten Kesselanlage misst ein Emissionsmessgerät typischerweise O2-, CO- und NOx-Werte im Abgas, um sowohl die Effizienz als auch die Grenzwerteinhaltung zu bewerten. In einem BHKW werden ähnliche Komponenten gemessen, allerdings häufig unter variierenden Lastzuständen und unterschiedlichen Brennstoffqualitäten. In Zement- oder Glasöfen spielen zusätzlich hohe Staub- und Temperaturbelastungen eine Rolle, die an Probenahme und Gasaufbereitung besondere Anforderungen stellen.

Kessel- und Feuerungsanlage

Mobile und stationäre Emissions­messgeräte im Vergleich

Mobile Emissionsmessgeräte sind für den flexiblen Einsatz an wechselnden Messstellen konzipiert. Sie werden vor allem für

  • Inbetriebnahmen und Serviceeinsätze,

  • wiederkehrende Prüfungen und Stichprobenmessungen,

  • Vergleichsmessungen an verschiedenen Anlagen

verwendet. Sie kombinieren mehrere Sensoren in einem kompakten Gerät und ermöglichen es, Messwerte direkt vor Ort zu bewerten und zu dokumentieren.

Stationäre Emissionsmesssysteme sind dagegen dauerhaft an einer Messstelle installiert und für kontinuierliche Messungen ausgelegt. Sie kommen vor allem zum Einsatz, wenn Regelwerke eine lückenlose Überwachung und automatische Dokumentation vorschreiben – etwa in großen Feuerungsanlagen oder energieintensiven Industrien. Solche Systeme verfügen in der Regel über automatische Null- und Spanprüfungen, ausfallsichere Gasaufbereitung und eine direkte Anbindung an Leitsysteme.

Für viele Betreiber ergänzen sich mobile und stationäre Technik: Stationäre Systeme liefern kontinuierliche Werte im Dauerbetrieb, während mobile Emissionsmessgeräte für zusätzliche Kontrollen, Vergleichsmessungen oder temporäre Messaufgaben genutzt werden.

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